Kuschelnester

Pelísky

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Detlef P.
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Kuschelnester

Beitrag von Detlef P. »

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CZ, 1999
Regie: Jan Hrebejk
Darsteller: Michael Beran, Miroslav Donutil, Simona Stasová, Kristýna Nováková, Jirí Kodet, Eva Holubová, Emília Vásáryová, Bolek Polívka, Jaroslav Dusek, Stella Zázvorková

"Prag im Dezember 1967: Weihnachten steht vor der Tür. Es ist die hoffnungsvolle Zeit eines kommunistischen Tauwetters, das Anfang 1968 durch Alexander Dubcek zum demokratischen "Prager Frühling" führte. Zwei Familien wohnen unter ihrem Dach - die Sebeks und die Krauses. Vater Sebek, ein einfacher, gutmütiger Mann, von Beruf Offizier, ist ein Befürworter des herrschenden politischen Regimes und Verfechter häuslicher Ordnung, seine Frau nimmt ihn auf liebevolle Art nicht ganz ernst. Sohn Michal bringt ihn mit seinem "Gammler"-Haarschnitt auf die Palme und zu - wirkungslosen - Schimpfkanonaden. Dass der Junge hoffnungslos in Jindriska verliebt ist, die nur Augen für den älteren Elien hat, entgeht dem Vater völlig, und so stellen ihn die jeweils zum Scheitern verurteilten "Selbstmordversuche" des Liebeskranken vor ein Rätsel. Vater Kraus, ein ehemaliger Widerstandskämpfer mit bitteren Kriegs- und Gefängniserfahrungen, ist ein entschiedener Gegner des Regimes. Er hasst die Bolschewiken, die ihn einsperrten und folterten, inbrünstig. Von den schrecklichsten Erinnerungen gepeinigt, tyrannisiert er seine leidende, sanfte Frau, obwohl er sie von Herzen liebt. Seine cholerischen Wutausbrüche sind berühmt-berüchtigt. Die halbwüchsige aufsässige Tochter Jindriska ist eine einzige Enttäuschung für ihn, der immer einen Sohn haben wollte. Dass sie darüber hinaus völlig unmusikalisch und am Klavier eine Stümperin ist, verstärkt sein grundsätzliches Unleidlich-Sein. Beide Familien erleben eine private "Idylle", die im August 1968 durch die Invasion der vereinten Armeen des Warschauer Paktes gewaltsam zerstört wird." (www.moviepilot.de)

Ich war wirklich verwundert, als ich in Erschrecken feststellen musste, dass ich diesen Film hier damals gar nicht vorgestellt hatte.
Er ist von Jan Hrebejk, der ein Jahr später den ebenfalls großartigen "Wir müssen zusammenhalten" drehen sollte.
"Kuschelnester", obgleich nicht ganz so bekannt, ist jedoch nochmal etwas besser - zumindest in meinen Augen.
Die Charaktere sind so liebevoll verrückt überzeichnet, dass man zu Beginn denkt, man würde sich einen der späteren Fellinis aus den 70ern ansehen.
Und wie die zwei unterschiedlichen Familien dann nach und nach, trotz ihrer Differenzen, doch zueinanderfinden und zusammenrücken wird mit einer wunderbaren Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit gezeigt, sodass man mit der Zeit immer besser hinter die klischeehaften Fassaden der Figuren blicken kann und zugleich sieht, dass das Miteinander auch unter Menschen mit Extrem unterschiedlichen Weltsichten möglich ist.
Atmosphärisch ist der Film ebenfalls sehr gut getroffen und fängt die Zeit rund um den Prager Frühling wirklich gekonnt ein.
Bei den "Böhmischen Löwen" (dem höchsten Filmpreis Tschechiens) holte der Film dann gleich acht Nominierungen, wobei er leider am Ende nur zwei Preise gewann.
Großartige und unglaublich kurzweilige Perle des neuen tschechischen Kinos.


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