Sabata

Ehi amico... c'è Sabata. Hai chiuso!

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Detlef P.
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Sabata

Beitrag von Detlef P. »

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I, 1969
Regie: Gianfranco Parolini
Darsteller: Lee Van Cleef, William Berger, Ignazio Spalla, Aldo Canti, Franco Ressel, Antonio Gradoli, Linda Veras, Robert Hundar, Gianni Rizzo

"Der ehemalige Offizier Sabata kommt in die Stadt Dougherty. Während er einen Drink in der Bar nimmt, wird die Bank des Ortes von Dieben ausgeraubt, die einen stabilen Metallsafe mit 100.000 $ an Armeegeldern mit sich nehmen. Sabata setzt den Dieben hinterher und bringt das Geld nebst einem Wagen voller Leichen zurück. Dann trifft er auf einen alten Bekannten, Banjo, der sich ebenfalls in der Stadt aufhält. Auch mit den beiden kauzigen Gestalten Carrincha, einem komischen Dicken, und Indio, einem stummen Akrobaten und Zeugen des Raubes, freundet er sich an.

Als Belohnung für die Aufklärung des Überfalles verlangt Sabata 5.000 $. Er findet heraus, dass die beiden angesehenen Bürger Stengel und Richter O'Hara sowie der Saloonbesitzer Ferguson hinter dem Überfall stecken, da sie mit den Versicherungssummen planten, Land zu kaufen, das sie teuer für die geplante Eisenbahnlinie weiterverkaufen wollten. Mit Carrincha und Indio versucht er, Stengel und seiner Armee gegenüber dieses Wissen auszunützen, während auch Banjo Interesse an dem Geld hat und versucht, es Sabata abzunehmen." (www.wikipedia.de)

Ein absolut großartiger Italowestern, den ich nun auch endlich gesehen habe.
Bei Sabata ist es wie bei Sartana oder gar Django. Es ist ein Markenname, der über Jahre hinweg immer wieder gebraucht wurde, obwohl viele der Filme mit dem Original oder der Originalreihe gar nichts zu tun haben.
Dieser Sabata ist jedoch das Original. Der Film, mit dem alles anfing.
Und wie so häufig, ist das Original verdammt gut, während die ganzen billigen Kopien in der Qualität deutlich abschmieren. Sonst wären es ja auch keine Kopien.

Der ganze Film ist von vorne bis hinten einfach nur durchgängig unterhaltsam.
Das kommt daher, weil hier alles irgendwie auf die Spitze getrieben erscheint. Die lustig-bekloppten Charaktere, die Inszenierung, die einzelnen Aktionen der Figuren und die Szenenabläufe.
Ich hatte hier mehr als einmal beim Anschauen das Gefühl, dass ich mir eine überzeichnete Hommage von Tarantino ansehe. Schnelle Schnitte, schnelle Zooms auf Gesichter und gezogene Revolver, übertriebene Waffengewalt (laut IMDb ein Body Count von 75!), einmalige Charaktere bis in die Nebenrollen und die Titelfigur wird absolut mystisch, überhöht - ja fast übermenschlich - dargestellt.
Für diese war Lee Van Cleef übrigens die absolute Idealbesetzung, auch wenn es irgendwie merkwürdig anmutet, dass er hier den Guten (wenn man das in einem Italowestern überhaupt so sagen kann) spielt, wo er doch häufig in Filmen den Bösen oder zumindest eine sehr zwielichtige Gestalt gespielt hat.

Die Geschichte selbst ist absolut nichts besonderes und im Prinzip völliger Italowestern-Standard.
Aber was daraus gemacht wird, ist wirklich einsame spitze. Alleine der korpulente Messerwerfer und dessen Kumpel, ein stummer, extrem akrobatischer Indianer der nur "Kletteraffe" genannt wird, von denen man sich fast schon ein eigenes Spin-Off wünscht.
Aber auch der Banjospieler, der einfach nur "Banjo" (wie "Mundharmonika" in "Spiel mir das Lied vom Tod") genannt wird, ist ein absoluter Kracher.
Der Bösewicht ist ebenfalls perfekt getroffen und ist so ein richtig schön schleimiger, reicher, arroganter Pisser, der sich nur noch mehr bereichern will und dafür über Leichen geht.
Und über allem trohnt Lee Van Cleef als fast unbesiegbarer, geheimnisvoller Alleskönner mit schwarzem Poncho und Zigarillo im Mundwinkel, der immer schon vorher weiß, was andere tun werden, selbst wenn die es selbst noch gar nicht wissen.
Ich war mehr als einmal überrascht und fasziniert ob des großen Ideenreichtums, der hier dargeboten wird und oft musste ich auch einfach nur lachen, weil wirklich bis in die kleinste Rolle völlig skurrile Figuren durch den Film warten.
Zum Beispiel der eine Henchman, der Sabata aufsucht und ihn von hinten mit einer Waffe bedroht und ihm sagt, dass er abdrücken würde, sobald er mit dem Lachen aufgehört habe - und dann wie bescheuert anfängt zu lachen :lach:

Insgesamt ein absolut herrlicher Vertreter seiner Zunft der durchgängig zu unterhalten vermag und sämtliche Klischees des Subgenres grandios anrichtet und auf wunderbar stimmige Weise übertreibt.
Fans von Italowestern sollten hier ihre wahre Freude dran haben.


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