Go! - Das Leben beginnt erst um 3.00 Uhr morgens

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Detlef P.
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Go! - Das Leben beginnt erst um 3.00 Uhr morgens

Beitrag von Detlef P. »

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USA, 1999
Regie: Doug Liman
Darsteller: Sarah Polley, Desmond Askew, Jay Mohr, Scott Wolf, William Fichtner, Katie Holmes, Timothy Olyphant, Taye Diggs, Breckin Meyer, James Duval

"Ronna (Sarah Polley) ist genervt von ihrem Job als Kassiererin in einem Supermarkt. Kurz davor aus ihrer Wohnung zu fliegen, kommen ihr Adam und Zack (Scott Wolf und Jay Mohr) gerade recht, die nach Ronnas Kollegen Simon fragen, um dessen Extra-Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. Kurzerhand beschließt Ronna mit Hilfe ihrer Freundin Claire (Katie Holmes), ihr Taschengeld mit einem kleinen Drogendeal unter der Hand aufzubessern. Was Ronna jedoch nicht weiß, ist, dass Adam und Zack ihrerseits Undercover für den Cop Burke (William Fichtner) unterwegs sind, um selbst einer Haftstrafe wegen unerlaubten Drogenhandels zu entgehen. Simon (Desmond Askew) befindet sich derweil mit seinen Kumpels auf einem Abstecher nach Las Vegas, wo der Abend nach einem Stripclub-Besuch gewaltig aus dem Ruder läuft und die Clique auf der Flucht vor brutalen Killern überstürzt zurück nach Los Angeles kehrt." (www.moviepilot.de)

Tag 3 der Filmreihe mit Filmen von 1999 (dem besten Kinojahr aller Zeiten :cool: ).
Und heute gibt es einen leider fast vergessenen, aber extrem unterhaltsamen Episoden-Streifen, der sehr häufig mit den Werken von Tarantino vergleichen wurde.
Ehrlich gesagt, finde ich das nicht ganz korrekt.
Denn nach dem Erfolg von "Pulp Fiction" schossen die Nachahmer damals ja nur so aus dem Boden und oft war einer schlechter als der andere.
Dabei ging es dann immer um beknackte Charaktere, die "coole" Sprüche raushauten und nebenbei ihrem Gangsterleben frönten.
Das ist hier tatsächlich nicht der Fall.
Abgesehen davon, dass der Film episodenhaft erzählt wird und Leute sich mit ihren dummen Entscheidungen auf die Schnauze legen, hat das nichts von einem Tarantino.
Ich denke, da könnte man viele Episodenfilme heranziehen, die häufig so eine Prämisse hatten.

Und da sind wir dann auch gleich beim Punkt, denn die Idee an sich ist hier eigentlich nichts besonderes und hat es schon zig Mal gegeben.
Warum hebt sich der Film also von dem ganzen Rest ab?
Das tut er zum einen, weil absolute Hochkaräter sowohl vor als auch hinter der Kamera versammelt sind.
Bei so einem Wahnsinnscast (wobei viele Darstellerinnen und Darsteller zum Teil noch vor ihrem großen Durchbruch standen) muss man sich schon ungläubig die Augen reiben, aber wenn man dann auch noch liest, dass Doug Liman, der später mit "Die Bourne Identität" und "Edge of Tomorrow" Weltruhm erlangen sollte, hier einen seiner ersten Filme überhaupt gedreht hat, kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.
Wenn dann auch noch die einzelnen Episoden so absurd, witzig und schräg gestaltet sind und dann auch noch am Ende ein fließendes Ganzes ergeben, ist auch der allerletzte Zweifel weggewischt, dass es sich hier um billigen Einheitsbrei handeln könnte.

Der Film war sogar - bezogen auf sein Budget - verhältnismäßig erfolgreich und konnte mehr als das Vierfache der Kosten wieder in die Kassen spielen.
Allerdings handelt es sich hier natürlich um einen waschechten Indie-Streifen und dementsprechend fielen Budget und Einspielergebnisse dann auch aus.
Nichtsdestotrotz handelt es sich hierbei um eines der unterhaltsamsten, episodenhaften Werke der 90er Jahre, das einfach riesengroßen Spaß macht.
Man sollte nur keinen Film a´la Tarantino erwarten.


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Damien3
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Re: Go! - Das Leben beginnt erst um 3.00 Uhr morgens

Beitrag von Damien3 »

Noch nie von gehört....MUSS ich nachholen. Habe jetzt Zeit in Quarantäne ;-)))))


"Ich habe sie den ganzen Abend von dahinten beobachtet...sie sind ein sehr attrativer Mann"
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Detlef P.
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Re: Go! - Das Leben beginnt erst um 3.00 Uhr morgens

Beitrag von Detlef P. »

Sehr schön, das freut mich (also das mit dem Nachholen... nicht das andere...).


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