Wong Kar-wai

Die größten Meister, die größten Nieten, ihre Filme, ihre Leben.

Moderator: Detlef P.

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Detlef P.
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Wong Kar-wai

Beitrag von Detlef P. »

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"Geboren in Shanghai, Volksrepublik China. Im Alter von fünf Jahren zieht er mit seinen Eltern nach Hong Kong und graduiert am 'Hong Kong Polytechnic College' in Grafikdesign im Jahr 1980. Danach schreibt er sich in Kurse zur Filmproduktion an der 'Hong Kong Television Broadcast LTD' ein und wird Drehbuchautor. Zwischen 1982 und 1987 schreibt er über 10 Skripte aus verschiedenen Genres (von romantischen Komödie bis zum Action-Drama). Von diesen betrachtet Wong Final Victory (最後勝利; 1986 Patrick Tam) als seine beste Arbeit.

1988 feierte Wong Kar-wai mit As Tears go by sein Debüt als Regisseur, nachdem er zahlreiche Drehbücher verschiedenster Gattungen geschrieben hatte. Mit dem Martial-Arts Epos Ashes of Time überzeugte er in einem weiteren Genre, bevor er 1994 mit Chungking Express zu internationalem Ruhm gelangte und mit Godard verglichen wurde. 1997 erhielt Wong für das Beziehungsdrama Happy Together die Goldene Palme der Filmfestspiele in Cannes - Film-Festival Cannes.

Seit 1989 hat Wong Kar-Wai bei sieben Spielfilmen Regie geführt und zahlreiche Preise gewonnen.

Im Jahr 2001 dreht Wong Kar-Wai den Kurzfilm The Follow als Teil der Werbekurzfilmreihe The Hire von BMW. Auch für Lacoste drehte er schon einen Werbespot, übrigens mit dem taiwanesischen Schauspieler Chang Chen, der auch in "Happy Together" und "2046" mitspielte.

Im Jahr 2004 stellt Wong Kar-Wai vier Jahre nach In the Mood for Love dessen loses Sequel 2046 (Film) mit erheblicher Verspätung fertig. Die Produktion wurde regelmäßig verschoben, was lange Zeit für aufgrund des Titels naheliegende Scherze über den anvisierten Premierenzeitpunkt sorgte. Der Film feiert schließlich auf dem Filmfestival in Cannes Weltpremiere, nicht ohne noch zuletzt für Aufregung zu sorgen: Aufgrund von Transportschwierigkeiten muss die Pressevorführung abgesagt werden, erstmals in der Geschichte des Festivals findet die Pressevorführung zeitgleich mit der Galavorführung statt. Andere Gerüchte besagen der Film hätte sich noch bis zuletzt in der Untertitelung befunden. Die Kritik zeigt sich dennoch von dem außergewöhnlich inszenierten Film begeistert, konstatiert aber auch einige Verständnisprobleme, wie sie bildpoetischen Filmen oft zueigen sind (Internationale Presseschau).

Wong Kar-wai hat einen sehr eigenen, unverwechselbaren Stil erschaffen, was teilweise wohl auch durch seine Arbeitsmethode erklärbar ist. Zu Beginn seiner meisten Filme hat er kein Drehbuch, sondern nur eine vage Idee. Den Schauspielern gibt er oft einfach nur ein paar Lieder zum hören und sagt ihnen, dass ihr Charakter so sei oder ähnliches. Und dann wird gedreht - oft sehr viel länger als ursprünglich geplant. Die Handlung des Films entsteht dann meistens erst im Schnittraum. Sie ist auch eigentlich nicht das entscheidende bei Wong Kar-wais Filmen. Vielmehr schafft Wong Kar-wai es mit Bildern und Musik eine Stimmung oder ein Gefühl zu erschaffen. Häufig gibt ein Lied den Rhythmus des Films an, bei Happy Together ist es beispielsweise ein Tango. Wichtig für die Entwicklung seines Stils war auch der Kameramann Christopher Doyle, der jahrelang mit Wong zusammenarbeitete. Ebenfalls wichtig sind bei seinen Filmen auch Wiederholungen, wiederkehrende Szenen, Musikstücke und ähnliches. Manchmal auch über mehrere Filme hinweg. So gibt es beispielsweise bei seinen drei letzten Filmen "Happy Together", "In the Mood for Love" und "2046" jeweils eine Szene in dem das Liebespaar gemeinsam im Taxi sitzt, während sich einer der beiden beim anderen anlehnt. Man kann Wong Kar-wais Filme in mehrere Gruppen einteilen. So sagte zum Beispiel Jimmy Ngai (schrieb u.a. ein Buch über Wong Kar-wai) einmal:"Today, we know that "Days of being wild" together with "Ashes of time" and "Happy Together", is a trilogy of Leslie Cheung, the legless bird." Seine Bemerkung spielt darauf an, dass in "Days of being wild" der Charakter von Hauptdarsteller Leslie Cheung als Vogel ohne Füsse geschildert wird, der immer nur fliegen könne und in dem Moment in dem er lande, sterbe. Alle von Cheungs Charaktere in den drei Filmen hatten die selbe traurige, verführerische aber auch selbstzerstörerische Ader. Man könnte aber auch die drei Filme "Days of being wild", "In the Mood for love" und "2046" als eine Trilogie betrachten, da sie nicht nur alle in den 60ern spielen, sondern es in den Filmen auch zahlreiche Anspielungen auf die anderen gibt. Ganz klar zusammen gehören die Filme "Chungking Express" und "Fallen Angels", "Fallen Angels" war nämlich ursprünglich als eine Episode in "Chungking Express" geplant gewesen.

Wong Kar-Wai ist 2006 Jury-Präsident beim Film-Festival Cannes." (www.wikipedia.de)


Filmographie:

1988 - As Tears Go by
1991 - Days of Being Wild
1994 - Chungking Express
1994 - Ashes of Time
1995 - Fallen Angels
1997 - Happy Together
2000 - In the Mood for Love
2004 - 2046
2004 - Eros (Segment: "The Hand")
2007 - My Blueberry Nights

Ein sehr interessanter Regisseur. Ich kenne bisher leider nur "Chungking Express", "Fallen Angels" und "In the Mood for Love".
Letzteren erachte ich als absolutes Meisterwerk und eine der schönsten Romanzen die ich je gesehen habe.
"Chungking Express" war etwas merkwürdig, aber durchaus unterhaltsam.
"Fallen Angels" fand ich damals ziemlich blöd, da für mich kein Sinn in dem Film zu finden war.
Ich sollte ihn mir vielleicht nochmal ansehen. Genauso wie ich alle seine anderen Filme mal sehen sollte.


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Beitrag von thomas fiedler »

Für mich manchmal etwas zu "stylisch". "Happy Together" fand ich aber sehr sehr gut!


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Detlef P.
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Re: Wong Kar-wai

Beitrag von Detlef P. »

An dieser Stelle sei einmal auf den Thread über Kim Ki-duk verwiesen, da dort eine sehr interessante Diskussion über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Regisseure stattgefunden hat.


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