Quentin Dupieux

Die größten Meister, die größten Nieten, ihre Filme, ihre Leben.

Moderator: Detlef P.

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Detlef P.
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Quentin Dupieux

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"In den Filmen des französischen Regisseurs Quentin Dupieux ist das Surreale der Status Quo. Möglichst absurde Ideen nimmt er als Ausgangspunkt, um sie in all ihren Konsequenzen durchzuspielen. Man ist direkt froh, dass er in den letzten Jahren so eine produktive Phase durchlebt. In einer Welt mit Pandemien, mit Trump und unzähligen anderen rechten Spinnern tut es gut zu sehen, dass es im Film immer noch ein bisschen verrückter geht.

Wie Quentin Dupieux zum Film gekommen ist, ist eine nicht minder verrückte Geschichte. 1974 in Paris geboren entdeckte er schon als Teenager Fotografie und Musik für sich und als eines Tages ein Musikproduzent des Labels FCom ein Auto bei seinem Vater kaufte, entdeckte er Dupieux‘ Talent und engagierte ihn vom Fleck weg als Musikvideoregisseur. Noch im selben Jahr firmierte er unter dem Künstlernamen Mr. Oizo (eine Verballhornung des französischen Monsieur Oiseau, Herr Vogel) und brachte seinen Track „Flat Beat“ heraus, seinen bis heute bekanntesten Hit.

„Meine Kompositionen basieren auf dem Unhörbaren und der Lust, das Lied zu beenden“, erklärte Mr. Oizo einmal in einem Interview. Gewissermaßen ließe sich dieser Leitsatz auch auf die Kunst anwenden, die er unter seinem bürgerlichen Namen veröffentlicht. Quentin Dupieux‘ Filme sind zumeist recht kurz und ihre kafkaeske Bühnenhaftigkeit, die Konzentration auf ihre Grundidee ohne auch nur im geringsten Dinge wie Figurenpsychologie zu beachten ist radikal anders als fast alles, was sonst in den Kinos läuft. Der Protagonist in Rubber etwa ist ein mordender Autoreifen.

Gepaart ist das Ganze häufig mit Metadiskursen über Genrekonventionen und die Mechanismen des Geschichtenerzählens. Der Mann scheint ein Kontrollfreak zu sein. Denn üblicherweise zieht er alle Fäden selbst — als Regisseur und Autor, Kameramann und Schnittmeister." (www.kino-zeit.de)

Filmographie:

Nichtfilm (2002)
Steak (2007)
Rubber (2010)
Wrong (2012)
Wrong Cops (2013)
Reality (2014)
Die Wache (2018)
Monsieur Killerstyle (2019)
Mandibules (2020)

Ein recht interessanter und sehr experimenteller Filmemacher, bei dem ich erst gar nicht wusste, dass er früher mal Mr. Oizo war.
Ich habe bisher drei seiner Filme gesehen. Nämlich "Rubber", der ich auch hier bereits vorgestellt habe, dann "Wrong", den ich sogar fast noch besser fand als "Rubber" und "Wrong Cops", den ich aber eher mittelmäßig fand.
Trotzdem ist Dupieux als Autor und Regisseur ein bemerkenswerter Künstler, der mal definitiv nicht diesen ganzen 08/15-Scheiß zeigt, den man sonst immer so sieht und wirklich mit Sehgewohnheiten bricht, weswegen ich mir definitiv auch noch weitere Filme von ihm ansehen werde.


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Wenn "2010" die Fortsetzung zu "2001" sein soll, dann ist "Sieben" das Prequel zu "8½". (Ich)

Las-Vegas-Ambiente :fuckU: (Insider)
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