USA, 2011
Regie: Zack Snyder
Darsteller: Emily Browning, Abbie Cornish, Jena Malone, Vanessa Hudgens
"Ein unerwarteter Faustschlag - die deutsche Übersetzung des englischen Ausdrucks "Sucker Punch" macht die Wirkung deutlich, die Zack Snyders neues Leinwandspektakel auf den staunenden Zuschauer hat. Es beginnt märchenhaft: Nach dem Tod der Mutter wird die zarte Schönheit Babydoll (Emily Browning) vom heimtückischen Stiefvater in eine Irrenanstalt eingeliefert. Um der grausamen Klinikwirklichkeit zu entfliehen, träumt sich Babydoll in eine glamouröse Scheinrealität, in der sie und die anderen Mädchen als Gefangene des Nachtclubbesitzers Blue (diabolisch gut: Oscar Isaac) für zahlende Gäste nicht nur tanzen müssen. Während sie auf ihren ersten Auftritt vorbereitet wird, merkt Babydoll, dass ihr das Tanzen Zugang zu einer martialischen Traumwelt ermöglicht. Und dort ist sie kein schwaches Opfer, sondern eine kampfkundige Amazone, der ein mysteriöser Weiser (Scott Glenn) eröffnet, dass sie für ihren Weg in die Freiheit fünf Dinge benötigt. Zurück in der Scheinrealität gelingt es Babydoll, ihre vier Leidensgenossinnen Sweet Pea, Rocket, Blondie und Amber vom Fluchtplan zu überzeugen. Gemeinsam machen sich die Mädchen daran, die notwendigen Gegenstände zu stehlen: gefährliche, aber im Kern simple Aktionen, die sich dank Babydolls überbordender Vorstellungskraft zu epischen Gefechten mit Zombiesoldaten, feuerspeienden Drachen und Killerrobotern auswachsen.
Auch wenn Snyder die unterschiedlichen Realitätsebenen sehenswert verknüpft - das eigentliche Herzstück von "Sucker Punch" sind die aberwitzigen Actionepisoden. Speziell die Schlacht in den Schützengräben einer Fantasyversion des Ersten Weltkriegs gehört schon jetzt zum Spektakulärsten, was dieses Kinojahr zu bieten haben wird, und veranschaulicht, warum sich Actionstars wie Jason Statham warm anziehen sollten: Im Gebrauch ihrer Waffen machen die fünf von Navy SEALs trainierten Grazien nämlich eine sagenhaft gute Figur! Dass die Kampfeinlagen der "Sucker Punch"-Girls in ihrer Quest-Struktur an die Level eines Action-Adventure-Games erinnern, kommt dabei nicht von ungefähr. Snyders inszenatorisches Konzept ist das Erzählen einer traumhaften Selbstbefreiungsgeschichte mit den entfesselten Mitteln zeitgenössischer Popkultur. Im Rahmen dieses aus Videoclips, Computerspielen, Filmzitaten und Comicposen bestehenden Stilekatalogs ist auch der filmeröffnende Regieeinfall, Babydolls Vorgeschichte als dialogfreies Musikvideo zur (von der Hauptdarstellerin Browning gesungenen) Coverversion des Eurythmics-Hits "Sweet Dreams" darzustellen, nicht prätentiös, sondern stimmig. Zu bemängeln ist einzig, dass bei aller Konzentration auf den bombastischen Schein Logik und Dramaturgie auf der Strecke bleiben. Und daran, dass einen die Figuren trotz emotionaler Dramatik nicht wirklich berühren, können auch pseudophilosophische Off-Kommentare und der bemühte Endtwist nicht wirklich etwas ändern. Kurz gesagt: Zack Snyders "Sucker Punch" macht aus einer Story-Mücke einen Elefanten. Stimmt, aber was für einen!" (
www.cinema.de)
Ich habe den Film nicht gesehen, hatte es eigentlich vor, da ich von Snyders bisherigen Filmen eigentlich recht beeindruckt war. Allerdings habe ich bisher auch ähnliche Resonanzen gehört wie Du, dpass, und bin daher eher geneigt von einem Kinobesuch abzusehen.